STEP Journal: Retrozessionen und Kickbacks in der Schweizer Vermögensverwaltung

Der STEP Journal-Artikel von Martin Straub quantifiziert den 'Retro Drag' — den kumulativen Renditeeffekt versteckter Provisionen auf Anlegerportfolios über 20 Jahre.

10. März 20262 Min. LesezeitVon LegaFund AG
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Rund 2'500 unabhängige Vermögensverwalter (IAM) betreuen in der Schweiz ein Vermögen von rund CHF 500 Milliarden. Die jährlichen Retrozessionen werden auf etwa CHF 2 Milliarden geschätzt. Ein STEP Journal-Artikel von Martin Straub rechnet vor, was das für den einzelnen Anleger bedeutet.

Der Retro Drag: Was Anleger wirklich verlieren#

Der «Retro Drag» bezeichnet den kumulativen Renditeverlust durch Retrozessionen über die Anlageperiode. Die Zahlen sind eindrücklich:

Retrozessionssatz Retro Drag (20 Jahre) Kommentar
0,00 % 0,00 % Keine Retrozessionen
0,20 % 5,70 % Relativ zurückhaltender Vermögensverwalter
0,40 % 11,20 % Durchschnittlicher Vermögensverwalter
0,60 % 16,48 % IAM mit Fokus auf Fonds und strukturierte Produkte
0,80 % 21,56 % IAM mit aktiver Handelsstrategie
1,00 % 26,46 % Häufiger als man denkt

Ein jährlicher Retrozessionssatz von nur 1 % kostet den Anleger über 20 Jahre ein Viertel seiner realen Rendite.

Wie 1 % pro Jahr zusammenkommt#

Ein Musterportfolio von CHF 1'000'000 zeigt die Mechanik:

  • Depotführungsgebühren: 50 % gehen als Retrozession zurück
  • Brokerage auf Transaktionen: 50 % fliessen an den Vermögensverwalter
  • Anlagefonds (40 % des Portfolios): 50 % des TER als Retrozession
  • Strukturierte Produkte: 50 % der Emissionskosten
  • Hedge Funds: 40 % der Gebühren

Gesamtkosten für den Anleger: CHF 20'300 pro Jahr. Davon CHF 10'050 als Retrozessionen an den Vermögensverwalter — die Hälfte der bezahlten Gebühren.

Je mehr gehandelt wird, desto mehr verdient der Verwalter#

Zusätzlich zum direkten Kostenproblem besteht ein systematischer Anreiz zum Überhandeln: Je häufiger ein Vermögensverwalter ein Konto umschichtet, desto mehr verdient er. Studien zeigen, dass erhöhte Handelsfrequenz die Rendite weiter reduziert.

Was betroffene Anleger tun sollten#

Wer in den vergangenen zehn Jahren ein Vermögensverwaltungsmandat bei einer Schweizer Bank oder einem unabhängigen Vermögensverwalter hatte, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Retrozessionen bezahlt. Diese können zurückgefordert werden — bei LegaFund ohne eigenes Kostenrisiko.

Den vollständigen STEP Journal-Artikel als PDF herunterladen →


Quelle: Martin Straub, «Retrocessions and undisclosed payments in Swiss asset management», STEP Journal, November 2010.

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Regulatorischer Hinweis

Dieses Material dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung dar. Es richtet sich ausschliesslich an qualifizierte Anleger und ist nicht für US-Personen bestimmt.

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