Rund 2'500 unabhängige Vermögensverwalter (IAM) betreuen in der Schweiz ein Vermögen von rund CHF 500 Milliarden. Die jährlichen Retrozessionen werden auf etwa CHF 2 Milliarden geschätzt. Ein STEP Journal-Artikel von Martin Straub rechnet vor, was das für den einzelnen Anleger bedeutet.
Der Retro Drag: Was Anleger wirklich verlieren#
Der «Retro Drag» bezeichnet den kumulativen Renditeverlust durch Retrozessionen über die Anlageperiode. Die Zahlen sind eindrücklich:
| Retrozessionssatz |
Retro Drag (20 Jahre) |
Kommentar |
| 0,00 % |
0,00 % |
Keine Retrozessionen |
| 0,20 % |
5,70 % |
Relativ zurückhaltender Vermögensverwalter |
| 0,40 % |
11,20 % |
Durchschnittlicher Vermögensverwalter |
| 0,60 % |
16,48 % |
IAM mit Fokus auf Fonds und strukturierte Produkte |
| 0,80 % |
21,56 % |
IAM mit aktiver Handelsstrategie |
| 1,00 % |
26,46 % |
Häufiger als man denkt |
Ein jährlicher Retrozessionssatz von nur 1 % kostet den Anleger über 20 Jahre ein Viertel seiner realen Rendite.
Wie 1 % pro Jahr zusammenkommt#
Ein Musterportfolio von CHF 1'000'000 zeigt die Mechanik:
- Depotführungsgebühren: 50 % gehen als Retrozession zurück
- Brokerage auf Transaktionen: 50 % fliessen an den Vermögensverwalter
- Anlagefonds (40 % des Portfolios): 50 % des TER als Retrozession
- Strukturierte Produkte: 50 % der Emissionskosten
- Hedge Funds: 40 % der Gebühren
Gesamtkosten für den Anleger: CHF 20'300 pro Jahr. Davon CHF 10'050 als Retrozessionen an den Vermögensverwalter — die Hälfte der bezahlten Gebühren.
Je mehr gehandelt wird, desto mehr verdient der Verwalter#
Zusätzlich zum direkten Kostenproblem besteht ein systematischer Anreiz zum Überhandeln: Je häufiger ein Vermögensverwalter ein Konto umschichtet, desto mehr verdient er. Studien zeigen, dass erhöhte Handelsfrequenz die Rendite weiter reduziert.
Was betroffene Anleger tun sollten#
Wer in den vergangenen zehn Jahren ein Vermögensverwaltungsmandat bei einer Schweizer Bank oder einem unabhängigen Vermögensverwalter hatte, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Retrozessionen bezahlt. Diese können zurückgefordert werden — bei LegaFund ohne eigenes Kostenrisiko.
Den vollständigen STEP Journal-Artikel als PDF herunterladen →
Quelle: Martin Straub, «Retrocessions and undisclosed payments in Swiss asset management», STEP Journal, November 2010.
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