Gesetzesänderung 2025: «Betreibung auf Konkurs» — warum frühe Klärung wichtiger wird
Ab 1. Januar 2025 kann die Betreibung für bestimmte im Handelsregister eingetragene Schuldner als Konkurs fortgesetzt werden. Wir ordnen die Änderung ein und zeigen, warum frühes, faires Inkasso wichtiger wird.
Diese Notiz ordnet eine Gesetzesänderung per 1. Januar 2025 in den Inkasso-/Betreibungskontext ein. Sie ist bewusst high-level und ersetzt keine Rechtsberatung. Ziel ist, die operative Implikation zu erklären: frühe Klärung wird noch wichtiger, wenn Verfahren schneller in eine «harte» Eskalationsstufe kippen können. [ESTV 2025]
chart konkurs eroeffnungen total 1994 2024
1) Was sich per 1. Januar 2025 ändert (Kurzfassung)#
Die ESTV fasst die Änderung (für den Steuer-/Abgaben-Einzug) wie folgt zusammen:
«Bis zum 31. Dezember 2024 ist der Einzug von Steuern und Abgaben nur auf dem Weg der Betreibung auf Pfändung möglich ( Art. 43 Ziff. 1 SchKG ). Diese Bestimmung wird aufgehoben und ab dem 1. Januar 2025 wird für jeden im Handelsregister eingetragenen Schuldner die eingeleitete Betreibung auf Konkurs fortgesetzt ( Art. 39 SchKG ).» [ESTV 2025]
Wichtig: Das ist eine behördliche Kurzbeschreibung mit Verweis auf SchKG-Artikel. Für die konkrete rechtliche Einordnung sind Kontext und Anwendungsbereich entscheidend. [SchKG; ESTV 2025]
2) Warum das für Inkasso/Business-Prozesse relevant ist#
Operativ geht es um eine simple Frage: Wie schnell wird aus einem Zahlungsverzug ein formelles Verfahren mit potenziell drastischen Konsequenzen?
Das betrifft vor allem:
Debtor-Segmentierung: HR-eingetragene Schuldner vs. nicht HR-eingetragene Schuldner (vereinfachend).
Timing: Wenn der Pfad «Konkurs» näher rückt, werden frühe Einigungen (Zahlungsplan, Sicherheiten, saubere Einwandsklärung) wichtiger.
Dokumentation: Wer später durchsetzen will, braucht lückenlose Nachweise (Leistung, Rechnung, Mahnung, Kommunikation, Vereinbarungen).
3) Früh klären ist nicht «weich», sondern risikoarm#
Viele Unternehmen warten zu lange, weil Inkasso als unangenehm gilt. In einem Umfeld, in dem Verfahren und Risiken zunehmen, ist das kontraproduktiv:
Früh klären reduziert unnötige Betreibungen und Folgekosten.
Früh klären schützt Beziehungen dort, wo eine Fortsetzung sinnvoll ist.
Früh klären schützt auch den Schuldner: Ein sauberer Zahlungsplan ist oft besser als Eskalation.
Die Gesetzesänderung per 1. Januar 2025 ist ein weiterer Grund, Inkasso als frühe Klärungs- und Strukturarbeit zu verstehen: respektvoll, dokumentiert, lösungsorientiert — und mit klarer Eskalationslogik, wenn keine Einigung möglich ist. [ESTV 2025; SchKG]
Diese Publikation dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Sie ist weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung. Sie richtet sich ausschliesslich an qualifizierte Anleger in der Schweiz und nicht an US-Personen.
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